Laparoskopisches Magenband (Laparoscopic Adjustable Gastric Banding (LAGB))

Allgemeine Information

Das Einsetzen eines Magenbands ist ein kleines chirurgisches Verfahren, das durch die Schlüssellochchirurgie durchgeführt wird. Das Magenband begrenzt die Geschwindigkeit der Nahrungsaufnahme, indem es den oberen Teil des Magens einengt. Es entsteht ein sogenannter Vormagen (Pouch), in dem sich die Nahrung zunächst ansammelt, bevor sie dann langsam den größeren Teil des Magens passiert. Sobald der Vormagen (Pouch) mit Nahrung gefüllt ist, stellt sich beim Patienten schon beim Verzehr von kleinen Portionen das Sättigungsgefühl ein.

Das weiche Silikonband wird um den oberen Teil des Magens gelegt. Das Band begrenzt die Kapazität des Magens und reduziert die Nahrungsmenge, die bei einer Mahlzeit verzehrt werden kann. Das bedeutet, Sie fühlen sich schnell satt, auch wenn Sie nur wenig gegessen haben. Sie essen daher weniger als gewohnt und nehmen folglich ab. Das Magenband kann ohne weitere chirurgischen Eingriffe von der Enge her verändert werden: Es lässt sich lockern, wenn der Gewichtsverlust zu schnell eintritt, oder straffen, wenn Sie zu langsam abnehmen. Das Magenband kann auf Wunsch jederzeit wieder entfernt werden.

© Johnson&Johnson MEDICAL Ethicon Endo-Surgery

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Dauer der Operation

  • rund 60 min.

Anästhesie

  • Vollnarkose

Krankenhausaufenthalt

  • circa 3 Tage

Indikationen für das Magenband

  • Patient mit BMI 40-50
  • Kein “sweet eater”
  • Kein “Volumenesser”
  • Kein “Stress-Esser”
  • Kein Sodbrennen

Vorteile

  • Schlüssellochchirurgie
  • Keine Umleitung des Darmes, keine Schnitte oder Klammern an Magen oder Darm
  • Kaum Schmerzen
  • Kurzer Klinikaufenthalt und kurze Erholungsphase
  • Kein Risiko einer Mangelernährung
  • Nachstellen des Magenbandes ohne chirurgische Eingriffe
  • Kann jederzeit entfernt werden
  • Verfahren seit 1995 etabliert

Nachteile

  • Patient darf keine weiche Kost, kalorienreiche Getränke und Alkohol konsumieren
  • Legt dem Patienten große Verantwortung auf
  • Manche Patienten können die Idee eines Implantats im Körper nicht tolerieren

Technische Beschreibung

Die Operation wird per Schlüssellochtechnik durchgeführt. Anfangs wird die obere Rückfläche des Magens freigelegt. Dann wird das Magenband um den oberen Teil des Magens gelegt und verschlossen. Anschließend erfolgt eine Sicherung des Bandes durch die Bildung eines kleinen Tunnels an der Vorderwand des Magens durch Nähte. Abschließend erfolgt die Platzierung der Portkammer, über den das Magenband gefüllt und auch entlastet werden kann, in die Bauchdecke. Das Magenvolumen beträgt nach einer solchen Operation circa 20 ml.

Nach der Operation

Nach dem Eingriff muss der Patient verschiedene Diätvorschriften einhalten sowie regelmäßig Vitamine einnehmen.

Eventuelle Nahrungsergänzung nach der Operation

  • Multivitamine und Mineralien 1 Tab. täglich
  • Bei Haarproblemen Biotin, Selen, Vitamin B9 (B11); Zink

Ärztliche Nachkontrollen (Bariatric Analysis and Reporting Outcome Score – BAROS)

  • Einmal im Jahr

Standardmedikation nach der Operation

  • Protonenpumpeninhibitor 20mg, 0-0-1 (1 Monat)

Sport and körperliche Aktivitäten

  • In den ersten drei Wochen drei Stunden körperlicher Aktivität pro Woche nach ärztlichen Vorgaben, dann Steigerung

Hinweise

Nach der Operation können Sie ungefähr 30 kg pro Jahr abnehmen, vorausgesetzt, Sie halten sich an die Diät, machen eine Bewegungstherapie und nehmen nach Möglichkeit an einer geführten Selbsthilfegruppe teil.
Nur wenn Sie entschlossen daran arbeiten, sich zu ändern, werden Sie Ihr Ziel erreichen, eine gesunde Gewichtsabnahme zu erreichen. Das wird Ihnen nicht immer leicht fallen. In jedem Fall werden Sie mit jedem verlorenen Kilogramm ein Stück Lebensqualität, Gesundheit und eine größere Lebenserwartung zurückgewinnen.

Operationsablauf

Operationsmethoden bei Adipositas: Das Magenband | 3:13 min Laufzeit

Operationsmethode Magenband
© Johnson&Johnson MEDICAL Ethicon Endo-Surgery
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Bilder: © Johnson&Johnson MEDICAL Ethicon Endo-Surgery