Qualitätssiegel zum Schutz von Patienten vor Krankenhausinfektionen

Ansprechpartner

Norbert Poferl
Fachkraft für Krankenhaushygiene

Das St. Bernhard-Hospital Brake ist am 14.08.2013 für seine Bemühungen auf dem Gebiet der Hygiene mit dem Qualitätssiegel für die MRSA-Prävention des EurSafety Health-Nets ausgezeichnet worden. Die Übergabe des Siegels erfolgte im Rahmen einer Feierstunde in Gegenwart der Sozialministerin des Landes Niedersachsen Frau C. Rundt sowie der Initiatoren des Projekts.

Für unsere Patienten bedeuten diese Maßnahmen mehr Sicherheit durch Senkung der Ansteckungsgefahr als auch eine Verbesserung der Behandlungsergebnisse für den Fall einer Infektion. Das bisher Erreichte ist allerdings nur ein erster Schritt, dem noch weitere folgen sollen. Das EurSafety Health-Net versteht sich als ein Schrittmacher im stetigen Kampf gegen gefährliche Infektionskrankheiten, der nur durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Behandlungsstrategien gewonnen werden kann. Durch unsere weitere Beteiligung an diesem Projekt wollen wir verdeutlichen, welch hohen Stellenwert die Patientensicherheit in unserem Krankenhaus genießt.

Wir am St. Bernhard-Hospital haben uns dieser Herausforderung gestellt und sind bereits mit dem zweiten zu vergebenden Qualitätssiegel belohnt worden.

Am 08.08.2016 sind 48 Krankenhäuser aus der Ems-Dollart-Region (EDR) in Oldenburg mit dem zweiten EurSafety-Qualitätssiegel ausgezeichnet worden. In diesem feierlichen Rahmen erhielt auch das SBH sein 2. Siegel.

Um das Siegel zu erhalten, mussten die teilnehmenden Krankenhäuser in den vergangenen zwei Jahren zehn Qualitätsziele erreichen. Ein Schwerpunkt lag auf dem rationalen Einsatz von Antibiotika und der Bekämpfung multiresistenter gramnegativer Erreger (MRGN).

Hinter dem EurSafety Health-Net verbirgt sich ein Netzwerk von Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern, Arztpraxen, Gesundheitsämtern, Laboratorien, Alten- und Pflegeheimen sowie Versicherungen der Grenzregion zwischen Deutschland und den benachbarten Niederlanden. Da das St. Bernhard-Hospital außerhalb des Grenzgebietes liegt hat es sich als eines von wenigen Akutkrankenhäusern freiwillig dem Netzwerk angeschlossen.

Hintergrund für die Schaffung eines solchen Netzwerks waren Untersuchungen, dass mit der zunehmenden Mobilität der Menschen gerade in Grenzregionen auch die Ausbreitung von gefährlichen Krankheitserregern wie MRSA (=Methicillin-resistente Staphylokokken) verbunden ist. Da Keime keine geografischen oder politischen Grenzen kennen, werden Menschen in Ländern mit weit fortgeschrittenen Hygienestandards und niedrigen Infektionsraten durch Keimeinschleppung aus Nachbarländern zunehmend gefährdet. Mit dem EurSafty Health-Net hat sich die EU im Jahre 2009 erstmals für ein grenzüberschreitendes Gesundheitsprojekt zur Harmonisierung der Hygienebemühungen und Senkung von Infektionsraten eingesetzt.

Aufgabe dieses Netzwerks unter Leitung von Prof. Dr. A. Friedrich, Groningen, war eine umfassende Datenerhebung, Kommunikation, Aufklärung, Fortbildung und Erarbeitung von Präventionsprogrammen. Für die praktische Umsetzung wurden Standards entwickelt, die sowohl die Vorbeugung vor Infektionen, deren Ausbreitung als auch die wirksame Behandlung umfassen. Neben den enischen Grundmaßnahmen spielt dabei auch der verantwortungsvolle Umgang mit Antibiotika eine besondere Rolle. Der Aufwand, diese Vorgaben umzusetzen ist nicht unerheblich und setzt den Einsatz von Hygienefachkräften, hygienekundigen Ärzten sowie zeitaufwendige Schulungsmaßnahmen voraus.