Laparoskopischer Magenschlauch (Sleeve-Gastrektomie (LCSG))

Allgemeine Information

Die operative Bildung eines Schlauchmagens ist ein chirurgisches Verfahren, das durch die Schlüssellochchirurgie durchgeführt wird. Das Verfahren verkleinert den Magen und beschränkt die Kapazität, Nahrung aufzunehmen. Patienten haben ein Völlegefühl schon nach dem Verzehr kleiner Portionen. Das Magenvolumen beträgt nach der Operation circa 80-120 ml.

Bei dem Verfahren entsteht ein neuer Magen in Form eines etwa 20 cm langen Schlauchs (“Sleeve”). Die Operation nimmt keine Umleitungen oder Neuverbindungen mit dem Darm vor und ist insofern weniger komplex als der Magenbypass. Außerdem wird der Magenausgang nicht entfernt, also der Muskel, der die Magenleerung reguliert. Die Bildung eines Magenschlauches wirkt daher wie ein natürliches Magenband; es hält die Nahrung für eine Weile im Magen, so dass sich der Patient satt fühlt, während der Nahrungsbrei durchsickert.
Zusammen mit dem Umstand, dass die Darmkontinuität nicht verändert wird, kommt es nicht zu den Komplikationen des Dumpings oder zu Geschwüren.

© Johnson&Johnson MEDICAL Ethicon Endo-Surgery

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Dauer der Operation

  • 1 bis 1,5 Stunden

Anästhesie

  • Vollnarkose

Krankenhausaufenthalt

  • 4 – 7 Tage

Indikationen für den Schlauchmagen

  • BMI über 40 kg/m2
  • Keine “Sweet-Eaters”
  • Keine “Volumenesser”
  • Keine “Stress-Esser”
  • Kein Sodbrennen

Vorteile

  • Bei der Operation wird der Teil des Magens entfernt, in dem das appetitanregende Hormon Ghrelin produziert wird)
  • Niedrigere Komplikationsrate.
  • Die Operation ist technisch einfacher als der Magenbypass.
  • Verändert die natürliche Nahrungspassage bzw. die Darmanatomie nicht.

Nachteile

  • Gelegentlich nimmt man nach drei Jahren wieder zu.
  • Mögliche spätere Schlauchmagenaufdehnung .
  • Gegenüber dem Magenbypass ist eine größere Diät-Disziplin erforderlich.

Operationsdauer

  • Die LBSG-Operation benötigt 40 Minuten bis 1 Stunde.

Technische Beschreibung

Die laparoskopische Schlauchmagenbildung verkleinert den Magen durch eine vertikale Staplernaht (spezielles Klammernahtgerät). Zu Beginn wird die große Magenwölbung (Kurvatur) vom großen Netz (Omentum majus) getrennt. Danach wird eine Magensonde (32-34 CH Größe) in den Magen eingelegt. Dies erlaubt eine genaue Modellierung des Magenschlauches. Die Resektion wird mit Klammernahtgerät durchgeführt. Der entfernte Teil des Magens wird durch die Bauchhöhle entfernt. Das Magenvolumen beträgt nach einem solchen Eingriff 80-120 ml.

Nach der Operation

Der Patient muss eine besondere Diät einhalten sowie Vitamine einnehmen, um kontrolliert abzunehmen.

Labor-Tests nach Magenschlauch

  • Elektrolyte
  • Eisen
  • Creatinin (bei Erbrechen oder Flüssigkeitsmangel)
  • Hämoglobin A1c

Nahrungsergänzung nach Magenschlauch

  • Multivitamine und Mineralien 1 Tab. täglich
  • Bei Haarproblemen Biotin, Selen, Vitamin B9 (B11); Zink

Ärztliche Nachkontrollen (Bariatric Analysis and Reporting Outcome Score – BAROS)

  • einmal im Jahr

Standardmedikation nach der Operation

  • Protoneninhibitormedikation 20mg, 0-0-1 (3 Monate)

Sport und körperliche Aktivitäten

  • In den ersten drei Wochen drei Stunden körperlicher Aktivität pro Woche nach ärztlichen Vorgaben, dann Steigerung

Hinweise

Bei manchen Patienten mit sehr hohem Körpergewicht ist ggf. eine Zweistufen-Operation erforderlich. Im ersten Schritt wird ein Magenschlauch gebildet. Damit können die Patienten circa. 40-50 Kilogramm oder mehr abnehmen. Danach besteht die Indikation zur zweiten Operation, der dann deutlich sicherer durchgeführt werden kann. Die zweite Stufe wird gewöhnlich 8-12 Monate nach der ersten angesetzt. Der Schlauchmagen wird dabei in einen Magenbypass umgeformt.

Operationsablauf

Operationsmethoden bei Adipositas: Der Magenschlauch | 3:10 min Laufzeit

Magenschlauch
© Johnson&Johnson MEDICAL Ethicon Endo-Surgery
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Bilder: © Johnson&Johnson MEDICAL Ethicon Endo-Surgery