Klinik für Chirurgie Schwerpunkt Handchirurgie

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Dr. med. Andreas Settje

Sekretariat

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Die Handchirurgie ist eine Spezialdisziplin, die sich aus den Teilgebieten Unfallchirurgie, Neurochirurgie und Plastische Chirurgie entwickelt hat.

Sie befasst sich mit der Diagnosestellung und Behandlung von akuten bzw. chronischen Schäden oder Verletzungen der oberen Extremitäten (Schulter, Oberarm, Unterarm, Hand, Finger und Daumen).

In der Klinik für Chirurgie des St. Bernhard-Hospitals werden die meisten der operativen handchirurgischen Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt. Die Eingriffe werden stationär in den OP-Sälen des St. Bernhard-Hospitals, in enger Kooperation mit dem chirurgischen Team um Dr. Peter Janka und Dr. Jan Henrik Herrfurth durchgeführt. Bei den radiologischen Leistungen können wir auf die Radiologie Jade Weser im St. Bernhard-Hospital zurückgreifen.

Ein großer Teil der Erkrankungen der Hand ist schmerzhaft. Das fängt an mit Sehnenscheidenverengungen, die zu einem schmerzhaften „Schnappen“ oder „Springen“ eines oder mehrerer Finger führen können. Sehnenscheidenverengungen gibt es auch am Handgelenk.

Arthrosen betreffen nicht nur Hüft- und Kniegelenk! Das wissen aus schmerzhafter Erfahrung besonders die Betroffenen. Ob es die Fingergelenke oder das Sattelgelenk an der Daumenbasis ist, schon ein Händedruck kann zur Qual werden. Warum Frauen besonders häufig an Arthrosen der Hand erkranken, ist bisher nicht bekannt.

Was für den Orthopäden der Rücken, ist für uns Handchirurgen das Handgelenk. Ein großer Teil unserer Patienten leidet an solchen Beschwerden, die dann genauestens diagnostiziert werden, um Abhilfe schaffen zu können.

Vom Karpaltunnelsyndrom hat schon mancher gehört, denn es ist ein sehr häufiges Problem. Daumen, Zeige- und Mittelfinger schlafen ein, beim Fahrrad- oder Autofahren, oder nachts bzw. am frühen Morgen. Oft geht das mit Schmerzen einher, die bis zur Schulter ausstrahlen. Ursache ist die Druckschädigung des Mittelnerven der Hand in einem engen Tunnel an der Handwurzel (Karpus=Handwurzel).

Nicht ganz so bekannt ist das Kubitaltunnelsyndrom (Ellenrinnensyndrom, Sulcus ulnaris Syndrom), das ähnlich heisst, aber doch grundverschiedene Symptome macht. Es tritt schleichend auf mit Taubheit am Kleinfinger und Ringfinger, das stört nicht so sehr als wenn Daumen- und Zeigefinger einschlafen. Aber dann kommt plötzlich Kraftverlust, Muskelschwund und Ungeschicklichkeit der Finger dazu und der Patient ist alarmiert!

Die Ursache hierfür ist die Druckschädigung des Ellennerven in der Ellenrinne am Ellenbogen (jeder kennt die Stelle als Musikantenknochen).

Eine Krankheit, die es in Afrika und China nicht gibt, quält viele Menschen, vorwiegend Männer, in Mitteleuropa und damit zehntausende in Deutschland. Das ist die Dupuytrensche Kontraktur, die man erbt von den Vorfahren. Zunächst bilden sich schmerzlose Knoten und Stränge in der Hohlhand und an den Fingern, dann werden langsam die Finger in die Beugung gezogen. Meistens sind Ring- und Kleinfinger betroffen.

Wenn die Krankheit auch schmerzlos und harmlos ist, so kann doch die Greiffunktion sehr in Mitleidenschaft gezogen werden.

Zunächst einmal, bösartige Tumoren an der Hand sind extrem selten, am häufigsten sind Ganglionzysten (Überbeine), Sehnenscheidengeschwülste und Knochenzysten (Enchondrome). Solange die Tumoren klein sind, reicht der Gang zum erfahrenen Arzt. In vielen Fällen kann man zunächst beobachten, bevor zu einer Operation geraten wird.

In den meisten Fällen – nein! Wenn jedoch die Schmerzen unerträglich werden, wenn die Taubheit oder gar eine Lähmung permanent wird, wenn die Funktion der Hand zunehmend behindert wird – dann ja! Eine Operation ist ja keine Strafe, sondern eine Therapieform wie viele andere auch.

Bei Sehnenscheidenverengung oder Nerveneinklemmung wird die Enge erweitert (ähnlich wie man den Gürtel aufmacht, wenn es an der Taille klemmt), dann kommt es fast immer schlagartig zur Besserung.
Bei Arthrosen werden auch an der Hand künstliche Gelenke eingesetzt oder aber die störenden „Verschleißteile“ werden schonend entfernt.
Die bei der Dupuytrenschen Kontraktur zur Fingerkrümmung führenden Knoten und Stränge werden entfernt, manchmal ist auch eine kleine Hautverpflanzung erforderlich.

Auch in der Handchirurgie hat die Schlüssellochchirurgie Einzug gefunden. Große Schnitte, wie noch vor Jahren sollten der Vergangenheit angehören. Die Handchirurgen von HPC-Oldenburg haben sich auf die minimalinvasiven Verfahren, insbesondere bei den oben angeführten Operationen, spezialisiert. Der Hauptvorteil dieser Techniken, neben der Gewebeschonung und der Zeitersparnis ist die deutlich raschere Wiederherstellung guter und schmerzfreier Handfunktion.