Es herrscht weit verbreitet die Vorstellung, dass junge Ärzte und Ärztinnen, wenn sie ihre Ausbildungen in Häusern der Grundversorgung beginnen, ihre späteren Chancen in größeren Kliniken oder Universitätskliniken Fuß zu fassen, verspielen würden.
Diese Vorstellung ist nicht haltbar. Wir haben in unserer Abteilung mehrere Kollegen ausgebildet, die nach ihrer fundierten Ausbildung mit Kusshand von großen akademischen Lehrkrankenhäusern, teilweise gleich in die Position eines Oberarztes übernommen worden sind, um dort ihre spezialisierte Weiterbildung anzutreten.
Auf die Frage, warum sich die Kollegen gegen Konkurrenzwettbewerber auch aus Universitätskliniken durchsetzen konnten, war unisono die Einschätzung zu hören, dass ihre klinische Einsetzbarkeit aufgrund der fundierten praktischen Ausbildung der entscheidende Vorteil im Auswahlverfahren war.
Wer endoskopische Eingriffe, Echokardiographie, Doppler- und andere Sonographien, sämtliche Punktionstechniken und die Versorgung von Intensivpatienten beherrscht, hat bei den heutigen monomanen Ausbildungen eben viele entscheidende Vorteile.
Dr. Nils Jahn
Ehemaliger Assistenzarzt , später Oberarzt St. Bernhard-Hospital
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